Was sind “Elektronische Prognose-Märkte” (EPMs)?

5 May 2009

Unser Projekt “CROWDPARK” handelt von EPMs – doch der Begriff ist (immer noch) nicht jedem bekannt. Deshalb wollen wir die Frage nach den EPMs in unserem Blog einführend klären.

Bei “Elektronischen Prognosemärkten” (Electronic Prediction Markets) oder kurz “EPMs” handelt es sich um elektronische Plattformen, die normalen Aktienbörsen ähneln. Auf den Plattformen kann man Aktien kaufen und verkaufen. Diese Aktien sind aber nicht Anteile an Unternehmen, sondern die Aktien sind auf Ereignisse ausgestellt. Jedes Ereignis kann theoretisch als eine Aktie bzw. auf einem Aktienmarkt gehandelt werden: “Wird Bayern München deutscher Meister in 2010?”, “Wird Angela Merkel ein zweites mal Bundeskanzlerin?” oder “Wird Windows 7 noch 2009 veröffentlicht?”

Wikipedia erklärt Prognosemärkte folgendermaßen:

“Prognosemärkte sind virtuelle Marktplattformen, die den Ausgang von Ereignissen vorhersagen. Prognosemärkte existieren in Form von Online-Wettbörsen oder virtuellen Wertpapiermärkten, die jeweils auf einer elektronischen Plattform implementiert werden und über einen eigenen Quoten- beziehungsweise Preisfeststellungsmechanismus verfügen. Sie werden auch als Konkurrenzsystem zur klassischen Meinungsumfrage genutzt.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Prognosemarkt)

Die elektronischen Prognose-Märkte (EPMs) stellen also virtuelle bzw. Online-Wertpapiermärkte dar, die über einen eigenen Preisfeststellungsmechanismus verfügen und auf einer elektronischen Plattform implementiert werden. Auf den EPM-Plattformen werden sogenannte Ereignis-Aktien gehandelt. Diese Ereignis-Aktien besitzen einen bestimmten Marktpreis, der bspw. immer zwischen 0 und 100 definiert  ist (in Form von echten oder virtuellen Geldeinheiten). Der Preis kann als Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des Ereignisses, auf das die Ereignis-Aktie ausgestellt ist, interpretiert werden. Die EPMs bündeln so das verteilte Wissen ihrer vielen verschiedenen Teilnehmer in einer einzelnen Zahl: dem Preis, welcher der Eintrittswahrscheinlichkeit des zu prognostizierenden Ereignisses entspricht und sehr präzise Prognosen erzeugt.

Die “Weisheit der Vielen” (Wisdom of Crowds) wird also in einem Markt (Aktienmarkt) gebündelt. Und der Markt bzw. der Marktmechanismus ist nach Hayek die effizienteste Möglichkeit, die heterogen und asymmetrisch verteilten Informationen der Marktteilnehmer zu aggregieren.

Sie werden deshalb momentan hauptsächlich für Prognosezwecke, bei Meinungs- und Marktforschung sowie zur Beurteilung von Entscheidungsoptionen genutzt. Im Unternehmen kann man sie beispielsweise zur Hilfe bei der Entscheidungsunterstützung (Decision Support) oder auch in der Absatzplanung (“Wieviele Kleinwagen verkaufen wir im Q3 2009?”) einsetzen. Die EPMs sind nachweislich präziser als traditionelle Umfragen und Experteneinschätzungen.

Mit der Genauigkeit und den reduzierten Kosten im Vergleich zu klassischen Methoden (Umfragen, etc.) stehen die Chancen sehr gut, dass die EPM-Systematik ihren Weg in den breiten Markt (B2B- und B2C) finden wird.

Als zusätzliche (deutsche) Quelle für weitere Informationen kann ich den Beitrag von Andreas Graefe empfehlen, der (wie auch der Wikipedia-Artikel) einen guten Ausgangspunkt für ausführlichere Lektüre liefert.

3 Kommentare zu Was sind “Elektronische Prognose-Märkte” (EPMs)?

Prognosemärkte in der Technology Review | Crowdpark Blog

October 26th, 2009 at 19:37

[...] [...]

Werkstudent für Entwicklung in ASP.NET (C#) in Berlin gesucht | CROWDPARK Blog

November 19th, 2009 at 15:46

[...] von CROWDPARK, einer Kombination aus Kollektiver Intelligenz und Marktmechanismen, genannt „Elektronische Prognosemärkte“ (EPMs), werden Prognosen in Echtzeit [...]

CROWDPARK sucht Entwickler für ASP.NET (C#) in Berlin | CROWDPARK Blog

November 19th, 2009 at 15:47

[...] von CROWDPARK, einer Kombination aus Kollektiver Intelligenz und Marktmechanismen, genannt „Elektronische Prognosemärkte“ (EPMs), werden Prognosen in Echtzeit [...]

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